Ein Wiedersehen im Winter – Portraits sechs Monate später!
Sechs Monate können viel verändern. Als ich mich im Winter (Ende November) erneut mit Sophie für ein Shooting getroffen habe, war sofort klar: Das hier ist kein Neuanfang, sondern ein Wiedersehen. Die erste Unsicherheit war verschwunden, ersetzt durch Vertrautheit und eine ganz andere Ruhe. Man kennt sich besser, man weiß, wie der andere arbeitet und genau das schafft Raum für Neues.
Der Winter gab dem Shooting eine eigene Stimmung. Kühler, reduzierter, konzentrierter. Wo im ersten Shooting noch Leichtigkeit und vorsichtiges Herantasten dominierten, war dieses Treffen klarer, selbstbewusster. Die Bilder sind ruhiger, aber nicht distanziert. Sie wirken fokussiert – fast so, als hätten wir beide genauer gewusst, wonach wir suchen.
Entstanden sind erneut Fashion Portraits, diesmal mit stärkerem Augenmerk auf Haltung, Linien und Ausdruck. Kleidung, Pose und Blick greifen ineinander, ohne sich gegenseitig zu überlagern. Sophie bringt dabei eine Selbstverständlichkeit vor der Kamera mit, die man nicht erzwingen kann. Sie steht nicht vor der Kamera, sie arbeitet mit ihr.
Für mich war dieses Shooting auch technisch ein spannender Moment. Ich konnte mein 85mm Objektiv ausführlich testen. Gerade im Portraitbereich ist diese Brennweite etwas Besonderes. Sie zwingt zur Nähe, ohne aufdringlich zu sein, und belohnt mit einer sehr natürlichen Perspektive. Der Fokus liegt kompromisslos auf dem Gesicht, auf Details, auf Ausdruck. Alles andere wird zur Bühne. Unscharf, zurückgenommen, unterstützend.
Die Kombination aus Winterlicht, reduzierter Umgebung und der Charakteristik des 85mm hat den Bildern eine intime, fast zeitlose Qualität gegeben. Weniger Ablenkung, mehr Konzentration. Man spürt, dass hier nicht experimentiert wird, um des Experiments willen, sondern um den Moment besser zu verstehen.
Dieses zweite Shooting fühlt sich rückblickend wie ein Fortschritt an, nicht nur fotografisch, sondern auch menschlich. Vertrauen war bereits da, Erfahrung ebenfalls. Das erlaubt es, mutiger zu werden, klarer zu arbeiten und bewusster zu entscheiden, was man zeigen möchte und was nicht.
Die Serie steht für Entwicklung. Für das Wiederaufnehmen eines Fadens und das Weiterdenken einer Idee. Und vielleicht auch dafür, dass gute Portraits nicht beim ersten Mal entstehen müssen, sondern mit Zeit, Wiederholung und dem Willen, genauer hinzuschauen. Vielen Dank an Sophie für die Zeit und das Vertrauen!

Credits:
Foto: Laurin Trepke (Copyright)
Model: Sophie
Kamera: Nikon Z8 + 85mm F1.8
Datum: 22.11.2025

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